17. Oktober 2017

Die Kläranlage


VORGESCHICHTE:
Die erste Ausbaustufe der Verbandskläranlage wurde für einen Endausbau von 105.000 EGW konzipiert, für 70.000 EGW ausgeführt und 1985 in Betrieb genommen. Diese 1. Ausbaustufe bestand aus:
  • Zulaufpumpwerk für den Bereich Stadt Amstetten nördlich der Ybbs
  • Regenüberlaufbecken mit Grobreinigung, Rechenanlage, zwei Rundsandfängen mit Sandzyklon und Messstrecke für Menge, Temperatur, PH-Wert, Leitfähigkeit und Probenahme
  • Mechanische Reinigung mit belüftetem Öl- und Fettabscheider und zwei Vorklärbecken
  • Zwischenpumpwerk mit vier Förderschnecken und zwei Rücklaufschlammpumpen
  • Belebung in vier Rechteckbecken mit flächenhafter Grundbelüftung, Belüftung mittels zwei direkt gekoppelten Drehkolbengebläsen, Gasmotoren und einem Elektrogebläse
  • Nachklärung mit zwei horizontal durchflossenen Rundbecken, Rundräumer für Rücklaufschlamm und Schlammpumpe und vorgezogene, beidseitig beaufschlagte, polygonale Ablaufrinnen
  • Hochwasserpumpschacht für den Fall eines Rückstaues von der Ybbs mit einer Tauchpumpe, fünf Propeller-pumpen und Ablaufmessung für PH-Wert, Temperatur und Leitfähigkeit
  • Schlammbehandlung mit Voreindicker für den Primär- und Überschussschlamm, Entwässerungssieb mit Polymer-Aufbereitung, zwei beheizte Schlammfaulräume, Nacheindicker, Kammerfilterpresse für Schlammentwässerung mit  konditionierung, Kuchenzerkleinerung und Ausbringungseinheit
  • Faulgasverwertung mit Entschwefelung, Messeinheit, Faulgasspeicher, Gasfackel (Verwertung in der Gebäude- und Schlammheizung sowie in den Gasmotoren)
  • Betriebsgebäude mit Umkleide-, Wasch- und Aufenthaltsräumen, Büros, Schaltwarte und Labor sowie Werkstätte und Garagen


2. Ausbaustufe auf 120.000 EGW
in den Jahren 1993 bis 1997:

Nach Vollauslastung bzw. Überlastung der Anlage, vor allem durch die Abwässer aus der Papierfabrik Haus-mening, der Mondi Business Paper AG, deren Anschluss im 1. Projekt nicht vorgesehen war, wurde eine Konzeptüberlegung bezüglich des Ausbaues der Anlage erforderlich. Von der Kanzleigemeinschaft für Wasserbau Dipl.-Ing. Hauer – Dipl.-Ing. Mader wurde unter Berücksichtigung des Bestandes eine zweistufige Belebungsanlage für Nitrifikation und Denitrifikation und Schlammfaulung projektiert. Aufgrund einer Expertise der Universität für Bodenkultur, Wien, wurde das System auf eine einstufige Belebung mit vorgeschalteter Denitrifikation abgeändert.
  • zusätzliche Belebungsbecken der A- und B-Kaskade, je 4 Becken
  • ein Rezirkulationspumpwerk zur Betriebsweise mit vorgeschalteter Denitrifikation
  • zwei zusätzliche Nachklärbecken
  • ein zusätzliches Stapelbecken
Bewilligung zur Belastung der bestehenden Anlage mit bis zu 130.000 EGW im Jahr 1999

In den Jahren 2004 und 2005 wurde die Kläranlage durch Errichtung eines neuen Gebläsehauses und eines Steuerungskonzeptes zur Betriebsweise mit simultaner Nitrifikation und Denitrifikation energetisch optimiert und für eine Belastung für 150.000 EGW angepasst. Gleichzeitig wurde die Gasverwertung optimiert.